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Contracting

Beim Contracting erbringt ein externer Energiedienstleister (Contractor) ein modulares Maßnahmenpaket und gibt Garantien für die Kosten und Ergebnisse ab. Üblicherweise werden vier Contracting-Arten unterschieden, welche 2015 in Deutschland insgesamt einen Umsatz von 7,2 bis 8,4 Mrd. Euro bewirkten.

Beratungsgespräch mit drei Personen Quelle: © Fotolia.com/Jeanette Dietl

Begriff und Ausprägungen

Der Begriff „Contracting“ (oder „Energie-Contracting“) ist nach DIN 8930 – Teil 5 ein integriertes Energiedienstleistungsprodukt, um die Energie- und Kosteneffizienz von Gebäuden oder Produktionsbetrieben langfristig zu verbessern. Dabei erbringt ein externer Energiedienstleister (Contractor) ein modulares Maßnahmenpaket (aus den Komponenten Planung, Bau, Betrieb und Instandsetzung, Optimierung, Brennstoffbeschaffung, (Co-)Finanzierung, Nutzermotivation), übernimmt technisch-wirtschaftliche Risiken und gibt Garantien für die Kosten und Ergebnisse der Energiedienstleistung über die gesamte Vertragslaufzeit ab. Charakteristische Merkmale des Contractings in Abgrenzung zu anderen Energiedienstleistungen sind die Übernahme von Garantieleistungen über eine längere Vertragslaufzeit und das Tätigen von Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen auf eigenes Risiko durch den Contractor.

Üblicherweise unterscheidet man vier wesentliche Produkte bzw. Contracting-Modelle:

Energiespar-Contracting

Der Contractor übernimmt die Finanzierung, Planung, Umsetzung und Betreuung von Energiesparmaßnahmen. Vertragsgegenstand ist eine durch den Contractor garantierte Energiekosteneinsparung für den Contracting-Nehmer. Der Contractor führt daher Energiesparmaßnahmen durch, die sich insgesamt auf die Reduzierung des Energiebedarfs beziehen, also auf Energiebereitstellung (z. B. Optimierung der Heizungsanlage) und Energieverbrauch (z. B. Installation energieeffizienter Anlagen, Optimierung der Wärmeverteilung etc.). Die gesparten Energiekosten erhält der Contractor anteilig als Vergütung.

Energieliefer-Contracting

Der Contractor plant, baut, finanziert und unterhält eine Anlage zur Bereitstellung von Energie. Der Contracting-Nehmer bezieht die Energie (dies kann sich prinzipiell auf alle Energieformen beziehen) zu festgelegten Konditionen. Vertragsgegenstand ist die Lieferung von Energie

Die Effizienzmaßnahmen des Contractors richten sich daher vor allem auf die Optimierung der Energieerzeugungs-Anlage selbst (z. B. Optimierung der Heizungsanlage, Erzeugung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlage).

Betriebsführungs-Contracting

Dieses unterscheidet sich vom Energieliefer-Contracting dadurch, dass der Contractor eine vorhandene Anlage übernimmt und optimiert.

Finanzierungs-Contracting

Der Contractor plant, finanziert und errichtet eine abgegrenzte technische Einrichtung oder Anlage, die dem Contracting-Nehmer, der die Anlage dann betreibt, einen sicheren, wirtschaftlichen und umweltschonenden Betrieb ermöglicht. Über die Vertragslaufzeit erfolgt die Tilgung der Anlagenkosten.