Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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Marktentwicklung

Das Marktsegment Contracting ist der deutlich größte Teilmarkt des Energiedienstleistungsmarkts in Deutschland. Das Marktvolumen beträgt der aktuellen Markterhebung der BfEE (2017) zufolge schätzungsweise 7,7 Milliarden Euro und steht für mehr als 86 Prozent des Umsatzes des gesamten betrachteten Energiedienstleistungsmarkts.

Angebot

Die BfEE-Marktstudie schätzt die Zahl der Anbieter im Markt für Contracting auf circa 560. Ein Großteil der sogenannten „Contractoren“ sind Stadtwerke und sonstige Energieversorger (rund 60 Prozent der befragten Anbieter), die selbst oder häufig über Tochterunternehmen Contracting anbieten. Ein kleinerer Teil (16 Prozent der befragten Anbieter) sind sogenannte „spezialisierte Contractoren“, also Unternehmen, die sich als „originäre Energiedienstleistungs-Unternehmen“ verstehen und häufig von Energieversorgern unabhängige Anbieter sowie Ableger von Gebäude- und Messdienstleistern oder von Anbietern im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung sind.

Durchschnittlich erwirtschafteten die Contracting-Anbieter ein Fünftel (20 Prozent) ihres Gesamtumsatzes mit Contracting. Spezialisierte Contractoren weisen die höchsten Energiedienstleistungs-Umsatzanteile (50 Prozent) auf. Da diese Unternehmen Energiedienstleistungen in der Regel als Kerngeschäft betreiben, ist dies nicht überraschend. Energieversorgungsunternehmen gaben an, knapp ein Zehntel (9 Prozent) ihres Umsatzes mit Energiedienstleistungen zu erwirtschaften. Während die befragten Energieversorgungsunternehmen größtenteils Gesamtumsätze von mehr als 10 Millionen Euro erwirtschafteten, bewegt sich ein Großteil der spezialisierten Contractoren unter 10 Millionen Euro Jahresumsatz.

In Bezug auf die Contracting-Verträge legen von Verbänden erhobene Zahlen nahe, dass deren Anzahl von 2005 bis 2016 jährlich gestiegen ist. Der jährliche Vertragszuwachs ist seit 2010 rückläufig, stieg allerdings 2016 wieder auf 6 Prozent an (VfW 2017). Insgesamt haben sich die Vertragszahlen zwischen 2005 und 2016 mehr als verdoppelt. In den Jahren 2008 bis 2012 konnten die VfW-Mitglieder jährlich zusammen mehr als 3.000 Neuverträge abschließen, im Jahr 2015 waren es 1.500, im Jahr 2016 sind es wieder über 3.000. Die Zahlen legen daher die Einschätzung nahe, dass der deutsche Contracting-Markt stark entwickelt ist und weiterhin wächst.

Ein Blick auf die unterschiedlichen Contracting-Arten zeigt, dass der deutsche Markt traditionell sehr stark von der Contracting-Art Energieliefer-Contracting geprägt ist (83 Prozent gemäß VfW 2017), während Energieeinspar-Contracting und Betriebsführungs-Contracting nur eine kleine und Finanzierungs-Contracting kaum eine Rolle spielen. Entsprechend bietet die überwiegende Mehrheit (rund 75 Prozent) der Anbieter in der Marktstudie vornehmlich Energieliefer-Contracting an.

Nachfrage

Die Anbieter nennen als wichtigste Kundengruppen für Contracting an erster Stelle die Immobilienwirtschaft, an zweiter die öffentliche Hand, gefolgt von Privathaushalten.

Bei der Befragung der Nutzer von Energiedienstleistungen antworteten 35 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus der Branche „Hotel, Gastgewerbe & Freizeit“, innerhalb der letzten fünf Jahre Contracting in Anspruch genommen zu haben. Weitere Branchen, in denen KMU Contracting überdurchschnittlich in Anspruch nehmen, sind „Handel Food“ und „Energieintensive Industrie“.

Bei den befragten Nicht-KMU überwiegen deutlich andere Branchen: In den Bereichen „Gesundheit, Pflege und Heime“ sowie „Energieintensive Industrie“ wurde von großen Unternehmen überdurchschnittlich oft in den letzten fünf Jahren Contracting in Anspruch genommen. Unter Privathaushalten kommt Contracting dagegen deutlich seltener vor. Nur etwa 7 Prozent der befragten Gebäudeeigentümer gaben an, in den letzten fünf Jahren Contracting genutzt zu haben. Die öffentliche Hand, ein wichtiger Contracting-Markt, war aufgrund methodischer Begrenzungen nicht Teil der Erhebung.

Perspektiven

Die Anbieter sehen die zukünftige Entwicklung im Bereich Contracting insgesamt positiv: So erwarten rund 75 Prozent der Anbieter einen wachsenden Markt für Contracting in den kommenden drei Jahren. Rund ein Sechstel geht dabei sogar von einem sehr stark wachsenden Markt aus (Wachstum größer 10 Prozent).

Wie sich die dargestellten Marktentwicklungen und Zukunftserwartungen im Verhältnis zu den Potenzialen und politischen Zielen des Marktes verhalten, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden, da weder im Bereich des Marktpotentials von Contracting-Dienstleistungen bislang umfassenden Markterhebungen vorliegen, noch konkrete und quantifizierbare politische Zielsetzungen in Bezug auf die Verbreitung der Dienstleistung Contracting existieren.